Konzept

Der Drei-Zonen-Garten

Das Modell stammt von Markus Gastl, der seinen Hortus Insectorum in Mittelfranken seit den frühen 2000ern nach diesem Prinzip führt. Drei Leitsätze stehen darüber: Vielfalt, Schönheit, Nutzen. Und drei Funktionen, die ineinandergreifen müssen, damit ein Garten dauerhaft ohne Importe von außen funktioniert.

Pufferzone

Zone 1

Pufferzone

Übergang, Vernetzung, Mikroklima.

Die Pufferzone bildet die Hülle. Heimische Hecken aus Schlehe, Weißdorn, Hasel, Wildrose und Pfaffenhütchen schirmen den Garten gegen Wind und gegen Einträge von außen ab — Spritzmittel von angrenzenden Flächen, Streusalz, Lärm.

Genauso wichtig ist die Funktion als Korridor: Igel, Erdkröte und Eichhörnchen wandern an Hecken entlang. Totholz-, Laub- und Reisighaufen werden Winterquartiere. Am Saum lassen wir Brennnessel und Doldenblütler stehen — wichtige Raupennahrung.

Bei uns ist die Pufferzone etwa 2 bis 4 m breit und umläuft den Garten an drei Seiten. Die vierte Seite ist der Mühlenbach selbst — ein lineares Biotop, das wir nur entlang einer schmalen Pflegekante bearbeiten.

Hotspotzone

Zone 2

Hotspotzone

Hochenergie-Beet für Wildbienen.

Die Hotspotzone ist der lauteste Teil des Gartens. Magere, durchlässige Substrate — bei uns ein Brechsand-Kies-Lehm-Mix — sorgen dafür, dass anspruchsvolle Wildstauden konkurrenzlos durchsetzen können. Natternkopf, Wiesensalbei, Skabiose, Königskerze, Hornklee, Glockenblumen wachsen hier in Inseln, dazwischen offene Bodenstellen und Steinplatten.

Strukturen kommen dazu: ein Sandarium für bodennistende Wildbienen, ein vertikaler Wolkenkratzer aus Hartholzbohlen mit Bohrungen 2–9 mm und ein Lehmwand-Block für die Pelzbienen.

Der Pflegeaufwand ist im Vergleich zur Rasenfläche niedrig — wir mähen einmal im Jahr im Mosaik (siehe Journal), entfernen das Schnittgut und freuen uns über das, was sich von selbst einstellt.

Ertragszone

Zone 3

Ertragszone

Gemüse, Obst, Kreislauf.

Pestizid- und torffrei, mit eigenem Kompost und Mulch aus dem Garten selbst. Wir setzen auf Mischkultur in Hochbeeten und auf eine Streuobstwiese mit alten Sorten — Boskoop, Goldparmäne, Roter Eiserapfel — die robuster gegen Krankheiten und besser für Wildbienen sind als moderne Spalierobstsorten.

Borretsch, Ringelblume und Phacelia laufen mit den Gemüsekulturen mit. Das macht die Ertragszone selbst zur kleinen Insektenweide und reduziert Schädlingsdruck spürbar.

Was wir in der Ertragszone nicht haben: Folientunnel mit ganzjährigem Tomatenanbau, Frühbeet-Beheizung, importierten Dünger. Was nicht in dieser Klimazone funktioniert, lassen wir bleiben.

„Nichts wird nach dem Anlegen wieder von außen zugeführt. Was hier wächst, stirbt, blüht und vergeht, bleibt im Kreislauf — und ist Grundlage für das, was als Nächstes lebt."

— Hortus-Grundsatz, frei nach Markus Gastl

Fragen zum Drei-Zonen-Prinzip

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