Naturschutz

Wildbienen sind nicht Honigbienen.

In Bayern leben rund 520 Wildbienenarten. Fast die Hälfte davon hat eine Untersuchung des Landesamts für Umwelt 2022 in unterfränkischen Dörfern nachgewiesen — wenn die Strukturen stimmen. Im Hortus Pfiffikus haben wir acht der bei uns vorkommenden Arten dauerhaft etabliert.

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Wildbienenarten in Bayern
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% Solitärbienen weltweit
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bestätigte Arten bei uns

Bienen, die wir kennen.

Mini-Steckbriefe der Wildbienen, die wir im Hortus regelmäßig beobachten. Jede Art steht und fällt mit ihrer Trachtpflanze und ihrem Nistplatz — beides muss zusammenkommen.

Natternkopf-Mauerbiene

Osmia adunca

Status
Spezialist, in Bayern rückläufig
Flugzeit
Juni – August
Tracht
Ausschließlich Natternkopf (Echium vulgare)
Nest
Bestehende Hohlräume, Mauerritzen, Käferfraßgänge in Hartholz

Bei uns regelmäßig am Hotspotbeet beobachtet, sobald der Natternkopf in voller Blüte steht. Ohne diese Pflanze keine Brut.

Mohnbiene

Osmia papaveris

Status
In Bayern stark gefährdet
Flugzeit
Mai – Juni
Tracht
Klatsch-Mohn, Saat-Mohn
Nest
Selbst gegrabene Erdgänge, ausgekleidet mit Mohnblütenblättern

Wir lassen am Wegrand bewusst Mohn blühen und stehen offene Bodenstellen frei — sonst kein Lebensraum.

Garten-Wollbiene

Anthidium manicatum

Status
Verbreitet, aber lebensraumabhängig
Flugzeit
Juni – August
Tracht
Lippenblütler: Ziest, Ehrenpreis, Salbei
Nest
Schraffte Pflanzenwolle (z. B. Wollziest) in vorhandenen Hohlräumen

Männchen verteidigen ihre Trachtpflanzen lautstark — ein Spektakel an den Wollziest-Pflanzen im Juli.

Frühlings-Seidenbiene

Colletes cunicularius

Status
Verbreitet, an Sand gebunden
Flugzeit
März – April
Tracht
Weiden-Kätzchen (Salix)
Nest
Sandige, sonnige Steilkanten — bei uns das Sandarium

Erste Wildbiene des Jahres im Garten. Mehrere hundert Weibchen graben ihre Gänge dicht nebeneinander.

Blauschwarze Holzbiene

Xylocopa violacea

Status
Wärmeprofiteurin, breitet sich aus
Flugzeit
April – September
Tracht
Lippenblütler, Schmetterlingsblütler, Glyzine
Nest
Mürbes Totholz (Pappel, Robinie) — die Bohrgeräusche hört man im Mai

Bei uns brütet sie verlässlich im Totholzhaufen an der Süd-Hecke. Sieht aus wie ein fliegender Falter aus Lack.

Glockenblumen-Scherenbiene

Chelostoma rapunculi

Status
Spezialist auf Glockenblumen
Flugzeit
Juni – August
Tracht
Campanula-Arten
Nest
Käferfraßgänge in Totholz, markhaltige Stängel

Schläft nachts in den geschlossenen Glockenblumen — taghell aufgewacht in die nächste Blüte. Eine unserer Lieblings­beobachtungen.

Gemeine Pelzbiene

Anthophora plumipes

Status
Verbreitet, früh fliegend
Flugzeit
März – Mai
Tracht
Lungenkraut, Taubnessel, Beinwell
Nest
Steile, lehmige Abbruchkanten — Lehmwand im Hortus

Schwirrt wie ein Mini-Kolibri vor den Blüten. Tarnt sich oft als Hummel.

Auen-Schenkelbiene

Macropis europaea

Status
Spezialist, lokal bestandsgefährdet
Flugzeit
Juli – August
Tracht
Gilbweiderich (Lysimachia)
Nest
Erdgänge nahe der Trachtpflanze, oft an Bachufern

Sammelt Pflanzenöl statt Nektar. Bei uns am Mühlenbach-Saum mit Gewöhnlichem Gilbweiderich angesiedelt.

Was im eigenen Garten wirklich hilft.

  • 01Heimische Wildpflanzen statt Zuchtsorten — gefüllte Blüten haben oft weder Pollen noch Nektar.
  • 02Offene Bodenstellen zulassen — über 70 % der Wildbienen nisten im Boden.
  • 03Totholz, markhaltige Stängel und Lehmwand statt Bambus-Discount-Hotel.
  • 04Nicht alles auf einmal mähen — Mahd-Mosaik mit drei Schnitten im Jahr.
  • 05Kein Licht ins Beet — Lichtverschmutzung stört Nachtfalter und damit ganze Nahrungsketten.
  • 06Wasser anbieten: flache Schale mit Steinen als Landeplatz, im Sommer täglich wechseln.

Fragen aus dem Garten

Wir geben dem Wilden einen Platz.

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